Viele Bewerber fragen sich, ob Sie eine Unterschrift im Lebenslauf, im Motivationsschreiben oder sogar in beiden Dokumenten einfügen sollen.
Ihre Bewerbungsunterlagen werden jedenfalls dann besonders professionell, wenn Sie beide Dokumente “handschriftlich” unterschreiben. Sie erreichen damit mehrere Effekte!
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ToggleUnterschrift Lebenslauf: Warum sie professionell wirkt
Bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst war es in Österreich um die Jahrtausendwende sogar noch üblich, die gesamten Bewerbungsunterlagen handschriftlich zu verfassen und sogar postalisch zu übermitteln!
Damit wollte man auch auf die Persönlichkeit des Bewerbers schließen.
Heutzutage erwarten Unternehmen wie auch der öffentliche Bereich Bewerbungsunterlagen, die auf dem PC verfasst werden.
Verbindlichkeit einer Unterschrift
Etwas zu unterschreiben, trägt den Ausdruck „dahinter zu stehen“ und „die Richtigkeit seiner Angaben zu bestätigen“ in sich. Eine Unterschrift ist demnach das Zeichen von Verbindlichkeit.
Obwohl die Digitalisierung auch die handschriftliche Unterschrift immer mehr in den Hintergrund drängt und in vielen Fällen bereits durch die elektronische Version abgelöst wird, stellt die Unterschrift immer noch dieses Verbindlichkeitszeichen dar.
Persönliche Note einer Unterschrift
Die Unterschrift in Ihrem Lebenslauf verleiht ihm eine persönliche Note.
Ein Personalist hat täglich mehrere – vielleicht sogar hunderte – Lebensläufe zu sichten. Er trifft eine Vorauswahl und muss dann die Entscheidung treffen, wen er zum Bewerbungsgespräch einlädt.
Unter vielen ähnlichen Bewerbern, die alle über die gleichen Fähigkeiten und Ausbildungen verfügen, kann es auf Kleinigkeiten ankommen, warum er sich eventuell für Sie entscheidet. Und genau die Unterschrift kann diese Kleinigkeit sein.
Die Unterschrift in Bewerbungsunterlagen, fördert die Wahrnehmung als Mensch
Bleiben wir beim Personalisten, der täglich zahlreiche Bewerbungsunterlagen sichtet.
Im ersten Schritt nimmt er vor allem Ihre Unterlagen wahr — noch nicht Sie als Person dahinter.
Häufig nimmt er in diesem Moment nicht einmal bewusst Ihren Namen wahr, weil es zunächst darum geht, die Unterlagen grob in „eher passend“ und „eher nicht passend“ einzuordnen.
Noch schwieriger wird dieser erste Zugang oft, wenn dem Lebenslauf kein Foto beigefügt ist.
Worauf es beim Bewerbungsfoto tatsächlich ankommt, erkläre ich hier ausführlich: 10 Tipps für das perfekte Bewerbungsfoto und die Wahrheit über KI-Fotos
Im nächsten Schritt sieht er die Unterlagen noch mal durch und entscheidet darüber, wen er einlädt. Wenn Ihren Unterlagen ein Foto und eine handschriftlich verfasste Unterschrift beigefügt sind, dann werden Sie für ihn lebendig.
Erst jetzt realisiert er, dass hinter dem Papierwerk ein Mensch “sitzt”, der sich Zeit genommen und bemüht hat, sehr gute Unterlagen zu verfassen!
Beweisen Sie Ihre digitale Kompetenz
Eine sauber eingefügte digitale Unterschrift wirkt nicht nur professionell, sondern zeigt gleichzeitig, dass Sie mit digitalen Dokumenten sicher umgehen können.
Das klingt zunächst vielleicht banal, ist es in der Praxis aber keineswegs.
Selbst bei jüngeren Bewerberinnen und Bewerbern erlebe ich immer wieder, dass Dokumente ausgedruckt, unterschrieben und anschließend erneut eingescannt werden — obwohl es deutlich einfachere und professionellere Möglichkeiten gäbe.
Wer seine Unterschrift sauber freistellen, in ein Dokument einfügen und optisch stimmig integrieren kann, zeigt damit ganz nebenbei auch digitale Grundkompetenz.
Gerade deshalb sollte man den technischen Gesamteindruck von Bewerbungsunterlagen nicht unterschätzen.
Denn viele Bewerber geben zwar an, Office-Programme sicher zu beherrschen — im praktischen Umgang mit Dokumenten zeigt sich allerdings oft ein anderes Bild.
Unterschrift in beiden Dokumenten
Aus den genannten Gründen empfehle ich, sowohl den Lebenslauf als auch das Motivationsschreiben mit einer Unterschrift zu versehen.
Denn die Wirkung der Unterschrift betrifft nicht nur ein einzelnes Dokument. Sie unterstützt vielmehr den professionellen Gesamteindruck Ihrer gesamten Bewerbung.
Darüber hinaus zeigen Sie mit Ihrer Unterschrift auch, dass Sie hinter den Inhalten Ihrer Unterlagen stehen.
Nicht zuletzt wirkt es optisch stimmiger, wenn beide Dokumente einheitlich gestaltet sind. Eine Unterschrift in Lebenslauf und Motivationsschreiben trägt daher dazu bei, dass Ihre Bewerbungsunterlagen insgesamt geschlossener und professioneller wirken.
Wie Sie die Unterschrift in Ihren Bewerbungsunterlagen einbetten
Unterschrift Einscannen oder fotografieren
Erstellen Sie zunächst auf einem weißen Blatt Papier Ihre Unterschrift mit einer schwarzen, blauen oder vielleicht auch grünen Farbe. Machen Sie sich schon bei der Wahl der Farbe Gedanken, was gut aussehen könnte. Verwenden Sie eventuell eine Füllfeder, da eine Unterschrift mit Tinte eleganter aussieht.
Wenn Sie nach einigen Versuchen mit Ihrer Unterschrift zufrieden sind, scannen Sie das Blatt ein.
Sollten Sie über keinen Scanner verfügen, können Sie sich mit einem Foto helfen. Übrigens gibt es bereits einige Apps, die Ihr Smartphone zum Scanner macht. Beispiele für kostenlose Apps finden Sie z.B. hier.
Falls notwendig: Grafik bearbeiten
Im nächsten Schritt markieren Sie die Schrift in einem geeigneten Programm (z.B. „Paint“ oder „PowerPoint“). Wählen Sie die Version Ihrer Unterschrift, die Ihnen am besten gefällt und schneiden Sie sie in der richtigen Größe zu. Speichern Sie sie dann als neue Grafik ab.
Wenn der Hintergrund nicht reinweiß ist, dann stellen Sie sie mit einem Bildbearbeitungsprogramm „frei“. Diese Möglichkeit bietet übrigens auch PowerPoint. Entfernen Sie dunkle Stellen bis nur mehr Ihre Unterschrift übrig ist. Speichern Sie dann die freigestellte Version als neues Bild oder Grafik ab.
Ein Bild IIhrer Unterschrift in Word einfügen
Öffnen Sie Ihren Lebenslauf und/oder Ihr Motivationsschreiben in Word und fügen an der Stelle, an der Sie Ihre Unterschrift haben wollen, das Bild ein.
Im Kontextmenü (rechte Maustaste) geben Sie den Befehl „vor den Text stellen“ ein, um die Unterschrift im Dokument bewegen zu können.
Tipp: Übrigens, falls Sie eine Mustervorlage aus dem Internet verwenden, prüfen Sie schon anfangs, ob Sie Ihre Unterschrift einfügen können!
Elektronische Signaturen und „Handwriting“-Schriften
Im Zuge der Digitalisierung verwenden manche Bewerberinnen und Bewerber mittlerweile elektronische Signaturen oder künstliche „Handwriting“-Schriften, die wie eine handschriftliche Unterschrift wirken sollen.
Gerade bei Bewerbungsunterlagen ist dabei allerdings Vorsicht geboten.
Denn eine Unterschrift erfüllt nicht nur einen optischen Zweck.
Sie vermittelt auch Persönlichkeit, Individualität und den Eindruck, dass sich jemand bewusst mit seinen Unterlagen beschäftigt hat.
Genau diese persönliche Wirkung geht häufig verloren, wenn:
- eine standardisierte elektronische Signatur verwendet wird,
- die Unterschrift wie eine Computer-Schrift aussieht,
- oder offensichtlich künstlich erzeugte „Handwriting“-Effekte eingesetzt werden.
Besonders bei hochwertigen oder verantwortungsvollen Positionen wirken solche Lösungen oft distanziert oder unpersönlich.
Fazit: Eine echte handschriftliche Unterschrift vermittelt Persönlichkeit
Gerade in einer Zeit zunehmend standardisierter und digitalisierter Bewerbungen können scheinbar kleine Details große Wirkung entfalten.
Eine echte handschriftliche Unterschrift vermittelt oft deutlich mehr Authentizität, Persönlichkeit und Verbindlichkeit als rein technische oder künstlich erzeugte Lösungen.
Genau deshalb können Elemente wie:
- eine glaubwürdige Unterschrift,
- ein professionelles Bewerbungsfoto
- oder eine persönliche Sprache
entscheidend dazu beitragen, dass Bewerbungsunterlagen menschlicher und greifbarer wirken.
Denn Unternehmen beurteilen letztlich nicht nur Dokumente — sondern Menschen, mit denen sie künftig zusammenarbeiten wollen.
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