Bewerbungsunterlagen

Bewerben ab 50

Bewerben ab 50 fällt vielen schon deshalb schwer, weil sie viele Jahre bei der gleichen Firma gearbeitet haben und das Wissen um die Gestaltung ihrer Unterlagen meist aus ihrer Schulzeit stammt! In vielen Fällen war damals vielleicht sogar noch ein handschriftlich verfasster Lebenslauf Usus.

Viele Bewerber mit 50 stehen vielleicht sogar vor dem Problem, sich überhaupt nie beworben zu haben. Sie haben daher auch überhaupt keine Erfahrung im Bewerbungsprozess.

Wo fängt man an?

In den überwiegenden Fällen, wünschen sich Firmen hinsichtlich Ihrer Unterlagen einen tabellarischen Lebenslauf. Für höhere Positionen verwendet man statt dem Wort Lebenslauf üblicherweise das Wort “Curriculum vitae” abgekürzt “CV”.

Dieser sollte die letzten zehn – 15 Jahre Ihrer Berufslaufbahn detaillierter beschreiben. Die Stationen, die Sie davor absolviert haben, sind nur mehr auszugsweise anzuführen. Tätigkeiten, die Sie in den letzten zehn – 15 Jahren ausgeübt haben, die nicht für den zukünftigen Job interessant sind, erwähnen Sie am besten nur mit einer Überschrift.

Hinsichtlich Ihrer Ausbildung sind nur die höchsten Abschlüsse und Zusatzausbildungen und Weiterentwicklungen von Interesse. Gänzlich uninteressant ist, wo Sie ihre Schulzeit absolviert haben, und besonders, welchen Notendurchschnitt Sie damals vorweisen konnten!

Besonders wichtig ist, dass Sie sich bei der Beschreibung Ihrer bisherigen Tätigkeiten auf jene Dinge konzentrieren, die auch im nächsten Job von Interesse sind. Erwähnen Sie (fast) nichts, was nicht auch im angestrebten Job interessant ist.

Veraltete Angaben

Beim Bewerben ab 50 ist besonders wichtig, dass Sie mittels Ihrer Unterlagen junggeblieben erscheinen. Deshalb sollten auch Ihre Unterlagen so modern wie möglich sein.

Veraltet sind Angaben zu den Eltern sowie zu deren Berufen. Ebenso sind die Angaben zu persönlichen Details stark geschrumpft. Ihre Kinder und der Familienstand werden von geringem Interesse sein, weil diese Angaben keine Relevanz für den Job haben, sofern Sie keine Kleinkinder haben. Da solche Fragen aber ohnehin nicht gestellt werden dürfen, können Sie getrost auf Angaben dazu verzichten. Unüblich sind mittlerweile auch Angaben zum Religionsbekenntnis.

Auch Angaben zu Ihren Hobbys sollten Sie nur machen, wenn Sie genug Platz haben, und die Hobbys irgendeinen Bezug zum Job haben. Wenn Ihre Hobbys besonders interessant sind, sollten Sie sie auch anführen, da sie Stoff für Small Talk bieten. Haben Sie aber ein Platzproblem und müssen sich für eine Streichung entscheiden, dann entfernen Sie die Hobbys als erstes.

Hobbys werden im Bewerbungsgespräch gerne angesprochen, weil Sie ein lockeres Gespräch zulassen. Das könnte aber eine Falle für Sie werden, wenn Sie ihr Hobby mehr mögen als Ihren Beruf. Dann wird man Ihre Augen glänzen sehen und Sie laufen Gefahr, zu ausführlich davon zu erzählen.

Kontrollieren Sie übrigens von Zeit zu Zeit Ihren Lebenslauf auf Vollständigkeit und Fehler.

Das Foto

Investieren Sie unbedingt in ein professionelles Foto. Wählen Sie dazu ein kompetentes Fotostudio, das vielleicht sogar auf Bewerbungsfotos spezialisiert ist. Suchen Sie eines aus, wo man mit Ihnen bespricht, für welchen Job Sie sich bewerben, da es unbedingt erforderlich ist, dass Sie am Foto die Eigenschaften transportieren, die für die Position wichtig ist.

Das Foto ist beim Bewerben ab 50 deshalb besonders wichtig, weil es die Gelegenheit bietet, von Ihrem fortgeschrittenen Alter abzulenken. Manche Bewerber in diesem Alter wirken wesentlich jünger, was mit einem guten Foto bewiesen werden kann.

Das Motivationsschreiben

Der zweite wesentliche Teil Ihrer Unterlagen ist das Motivationsschreiben.

Immer wieder stelle ich fest, dass Bewerber diesem Teil ihrer Unterlagen zu wenig Aufmerksamkeit widmen. Das Motivationsschreiben ist vielen ein Gräuel, weil Sie nicht wissen, wie Sie es verfassen sollen.

Viele geben sich leider auch keine besondere Mühe, weil Sie von vornherein damit rechnen, dass Sie eine Absage bekommen werden! Das ist mit einem Verkäufer zu vergleichen, der Ihnen im Geschäft keine große Beachtung schenkt, weil er sowieso nicht damit rechnet, dass Sie etwas kaufen!

Nehmen Sie sich für das Gestalten Ihrer Unterlagen Zeit, verfassen Sie für jede Bewerbung ein eigenes Motivationsschreiben und gehen Sie individuell auf das inserierende Unternehmen ein! Mehr zum Motivationsschreiben finden Sie hier.

Zeugnisse

Beim Bewerben ab 50 sind die Zeugnisse ein besonderes Thema, da sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einiges an Zeugnissen und Zertifikaten angesammelt hat.

Ich empfehle Ihnen nur dann, die relevantesten Zeugnisse mitzuschicken, wenn es ausdrücklich gewünscht wird.

Ansonsten entscheiden Sie nach Ihrer bisherigen Position, ob Sie tatsächlich Zeugnisse mit übermitteln. Ihr fortgeschrittenes Alter bringt nämlich den Vorteil mit, dass Sie über eine Menge an Erfahrung und Kompetenz verfügen. Daher ist es für Sie viel leichter, in einem Bewerbungsgespräch auf Augenhöhe zu begegnen.

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