„Arbeiten Sie lieber im Team oder allein?“
Diese scheinbar harmlose Frage gehört zu den klassischen Fangfragen im Bewerbungsgespräch. Denn viele Bewerberinnen und Bewerber antworten vorschnell – und merken dabei nicht, dass Unternehmen mit dieser Frage weit mehr prüfen als reine Teamfähigkeit.
Sie wissen zum Zeitpunkt des Bewerbungsgespräches meistens nicht, welche konkreten Anforderungen an das Team bzw. dessen Fähigkeit zusammen zu arbeiten, gestellt werden. Allerdings finden Sie mit Sicherheit Hinweise dazu im Inserat. Deshalb rate ich – wie so oft – das Inserat genau zu lesen.
Warum Unternehmen diese Frage stellen
Unternehmen möchten mit dieser Frage oft herausfinden,
- wie reflektiert jemand denkt,
- wie Zusammenarbeit verstanden wird,
- ob selbstständiges Arbeiten möglich ist
- und wie flexibel Menschen unterschiedliche Situationen einschätzen.
Denn sowohl extreme Einzelkämpfer als auch Menschen, die ausschließlich im Team funktionieren, können problematisch sein.
Gerade auf Führungsebene bekommt die Frage nach der Teamfähigkeit oft eine zusätzliche Bedeutung
Wie bei vielen Fangfragen, die alternative Antworten erlauben, sollten Sie also auch bei der Teamfähigkeit vorsichtig sein!
Es gibt nämlich kaum Jobs, bei denen Sie völlig auf sich allein gestellt sind. Gleichzeitig wird bei den meisten Jobs selbstständiges Arbeiten verlangt.
Antworten Sie daher nicht voreilig, sondern bieten Sie dem Fragenden verschiedene Szenarien an!
Wie man die Frage nach der Teamfähigkeit sinnvoll beantwortet
In den meisten Fällen wird es bei der Frage nach der Teamfähigkeit von der Situation abhängen, ob Sie sinnvollerweise alleine oder im Team arbeiten.
So könnten Sie z.B. antworten: “wenn es um die Einholung von Informationen geht, bin ich alleine wahrscheinlich schneller, geht es aber um das Finden von Lösungen, so glaube ich, dass ein Team umfassendere Antworten findet, als dies alleine möglich wäre!”
Genau dadurch zeigen Sie, dass Sie sowohl eigenverantwortlich arbeiten als auch Zusammenarbeit sinnvoll einschätzen können.
Sie wägen nämlich auch die Sinnhaftigkeit Ihres Tuns ab, agieren ziel- und lösungsoriertiert und zeigen gleichzeitig soziale Kompetenz!
Damit hat der Personalist mit seiner Frage viel mehr über Sie erfahren, als er ursprünglich damit rechnen konnte.
Fragen im Bewerbungsgespräch zielen nicht auf eine einzige Antwort ab. Vielmehr will der Personalist Sie als Person fassen können. Er muss in einer relativ kurzen Zeit einschätzen können, ob Sie zum Unternehmen passen. Deshalb wird ein Profi es auch vermeiden, Ihnen geschlossene Frage zu stellen.



