Arbeitswelt 4.0

BoreOut – mein Job ist lang­weilig!

eine Frau denkt nach

BoreOut tritt im Unterschied zu BurnOut ein, wenn der Job von Langeweile und Monotonie geprÀgt ist.

Als immer stĂ€rker zunehmende Folge der Schnelllebigkeit und KomplexitĂ€t unserer Arbeitswelt zeigen sich bei immer mehr Menschen GefĂŒhle der Angespanntheit und Erschöpfung. Mittlerweile ist dieser Zustand als BurnOut hinlĂ€nglich bekannt.

Aber auch das Gegenteil kann mit Àhnlichen Folgen eintreten, wenn die Herausforderung am Arbeitsplatz fehlt.

Hauptelemente von BoreOut

Bore Out Betroffene leiden unter Unterforderung, da sie gerne mehr leisten wollen, als von Ihnen gefordert wird. HĂ€ufig ĂŒbersteigen die eigenen FĂ€higkeiten die geforderten Kompetenzen.

Die Arbeitnehmer leiden innerlich, da sie ihre Aufgaben als uninteressant empfinden. Die Folge darauf ist, dass Betroffene rat- und lustlos werden, da sie nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Zunehmende Demotivation stellt sich ein.

Interessanter Weise ist eine hÀufige Reaktion, dass Betroffene BeschÀftigung vortÀuschen, oftmals sogar besonders betonen, dass sie viel zu tun hÀtten. Damit verlÀngern sie eigentlich die Situation, anstatt eine Verbesserung zu bewirken.

FĂŒr Arbeitgeber ist es daher besonders schwierig zu erkennen, dass der Betroffene unterfordert ist.

Bloß Langeweile oder tatsĂ€chlich schon BoreOut?

Haben Sie bloß zu wenig zu tun, können sich aber durchaus mit anderen Dingen beschĂ€ftigen, dann besteht noch keine Gefahr, dass Sie in einem BoreOut gefangen sind.

Die Gefahr ist dann gegeben, wenn  zur Langeweile die UnfĂ€higkeit, sich zu irgendetwas zu motivieren hinzukommt. Wenn Sie das  GefĂŒhl der absoluten Sinnlosigkeit und Leere, Gereiztheit und Depression verspĂŒren, wird es gefĂ€hrlich. In solchen FĂ€llen, sollten Sie sich rasch professionelle Hilfe suchen!

Auch die Tatsache, dass Sie laufend damit beschÀftigt sind, vorzugeben, viel zu tun zu haben, um den Job nicht zu verlieren, stresst zusÀtzlich. Sie geraten in einen psychischen Stress, anderen etwas vorzu machen und stÀndig die Gefahr vor Augen zu haben, enttarnt zu werden.

Eigener Umgang mit dem drohenden BoreOut

Werden Sie aktiv!

Sollten Sie selbst betroffen sein, so empfehle ich, im ersten Schritt das GesprĂ€ch mit Ihrem Vorgesetzten zu suchen, wenn Sie sich dazu in der Lage fĂŒhlen.

Tauschen Sie sich ĂŒber Ihre Kompetenzen aus, bieten Sie ihm an, interessantere Aufgaben zu ĂŒbernehmen. Zeigen Sie auf, dass Sie gerne mehr oder neue Aufgaben dazu nehmen möchten. Dabei sollten Sie natĂŒrlich nicht sagen, dass Ihnen langweilig ist, sondern, dass Sie “ … Ressourcen fĂŒr neue Aufgaben haben …“ oder „… Sie sich gerne noch mehr engagieren und einbringen wollen!“ Eine gute FĂŒhrungskraft wird positiv auf ein solches GesprĂ€ch reagieren und zumindest im Bewusstsein haben, dass Sie sie verlieren könnte, wenn sie nicht handelt.

Bieten Sie auch Kollegen Ihre UnterstĂŒtzung an, und suchen Sie nach Gelegenheiten, eigenstĂ€ndig VorschlĂ€ge und Lösungen auszuarbeiten, die mit Ihrem Arbeitsgebiet zu tun haben.

Nutzen Sie die Unterforderung fĂŒr sich!

Je nach persönlicher Situation könnten Sie die Langeweile im Job auch fĂŒr sich nutzen, indem Sie eine Fortbildung machen.

Wechseln Sie den Job bevor es zu spÀt ist!

In der Recherche zu diesem Artikel habe ich von jemandem gelesen, dass er bereits so lange nichts zu tun hat, dass er Angst hat, sich einen neuen Job zu suchen, weil er befĂŒrchtet, diesem dann nicht mehr gewachsen zu sein! Werden Sie also unbedingt aktiv, bevor Sie in  einen solchen Zustand geraten!

Wenn Sie nach dem GesprĂ€ch mit Ihrer FĂŒhrungskraft und eventuell auch mit der Personalabteilung feststellen, dass sich nichts Ă€ndert, sollten Sie sich auf die Suche nach einem anspruchsvolleren Job machen. Dabei ist wichtig, dass Sie die richtigen Worte fĂŒr Ihr Wechselmotiv finden.

BegrĂŒnden Sie den Jobwechsel nicht mit Langeweile! 

Dass man gerne mehr leisten möchte und deshalb einen neuen Job sucht, ist eigentlich erfreulich fĂŒr jeden neuen Arbeitgeber. Sie sollten aber in Ihrem Motivationsschreiben und auch im BewerbungsgesprĂ€ch kein Wort darĂŒber verlieren, dass Sie sich in Ihrem Job langweilen.

Stellen Sie den aktuellen Job als Motiv Ihrer Wechselwilligkeit nicht in den Vordergrund. Beschreiben Sie zielgerichtet, dass Sie ” 
 ihr fachliches Know How im neuen Job einsetzen wollen 
”, oder “
 daran interessiert sind, sich persönlich in Entscheidungsprozesse einzubringen”.

Positive, zukunftsorientierte Motive wirken wesentlich interessanter, als etwa nur die Anmerkung, dass man sich im derzeitigen Job langweilt und deshalb dort weg möchte!

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