Viele glauben, das Outfit im Bewerbungsgespräch sei Nebensache.
Das stimmt – bis zu dem Moment, in dem es gegen Sie arbeitet.
Leider wird der erste Eindruck bereits gewonnen, wenn wir einen Raum betreten und oftmals noch bevor wir den Mund aufmachen!
Es mag daher sein, dass wir inhaltlich bestens auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet sind, aber ungeputzte Schuhe verraten ihre eigene Geschichte!
Dieser Artikel wurde 2026 überarbeitet – insbesondere im Hinblick auf veränderte Anforderungen durch Online-Gespräche und moderne Auswahlprozesse.
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ToggleWie man das richtige Outfit fürs Bewerbungsgespräch wählt!
Richtiges Outfit schon beim Fotoshooting!
Die Frage, welches das richtige Outfit ist, stellt sich in Wahrheit schon beim Fotoshooting. Denn das Foto ist das erste was der Personalist von Ihnen sieht. Schon dabei bekommt er den ersten Eindruck. Und daher muss schon beim Fotoshooting überlegt werden, für welche Jobs ihr Outfit bzw. das Foto davon der Dooropener sein soll!
Passung zum Unternehmen
Welche Kriterien sind für das Outfit wesentlich?
Das gewählte Outfit muss einerseits zum Unternehmen bzw. zum Job passen, andererseits müssen Sie sich wohlfühlen.
Wenn abzusehen ist, dass Sie auch in Zukunft Anzug tragen werden, dann macht schon eine Bewerbung bei einem Unternehmen mit „Anzugpflicht“ keinen Sinn, wenn Sie sich darin nicht wohlfühlen.
Im Regelfall werden Sie schon bei den Bewerbungsunterlagen den Stil des Unternehmens zu treffen versuchen. Ratsam ist daher, sich auf der Website des Unternehmens einen Eindruck zu verschaffen.
Im besten Fall sehen Sie Fotos vom zuküftigen Team. Aber auch Fotos vom Management lassen Rückschlüsse auf die Unternehmenskultur und die Kleidungsgepflogenheiten zu.
Wenn die Homepage keine Auskunft fürs Outfit gibt?
Falls die Homepage keine Auskunft gibt, können Sie auf diversen sozialen bzw. beruflichen Netzwerken nachsehen, wie sich Vertreterinnen und Vertreter des Unternehmens präsentieren. Besonders für höhere Positionen gibt Linkedin Auskunft, wie sich die MitarbeiterInnen üblicherweise kleiden. Auch auf watchado bekommen Sie eine Ahnung, wie MitarbeiterInnen des jeweiligen Unternehmens sich üblicherweise kleiden.
Falls Sie keine Auskünfte für Ihr Bewerbungsoutfit aus dem Internet beziehen können, überlegen Sie sich, wie Menschen üblicherweise gekleidet sind, die im angestrebten Job arbeiten.
Mein Rat für Ihr Bewerbungsoutfit
Für Rechtsanwaltskanzleien, Steuerberatungen, Banken und ähnliche repräsentative Jobs empfehle ich Herren schon beim Fotoshooting einen Anzug inklusive Krawatte, Damen sind mit Kostüm oder Hosenanzug gut beraten.
Wer eher im Innendienst arbeiten wird, kann sich etwas legerer kleiden, aber auch hier würde ich zumindest eine Stoffhose bzw. Rock kombiniert mit Hemd oder Bluse empfehlen.
Nur bei Kreativ- oder IT Jobs können auch Jean und T-Shirt geeignet sein, allerdings hängt auch das – wie bei allen Jobs – von der Ebene ab, auf die Sie sich bewerben.
Übrigens ist es immer besser, wenn Sie over- und nicht underdressed sind!
Bewerbungsoutfit im Onlineinterview
Besonders wichtig ist heute auch der Kontext von Online-Gesprächen.
Was im persönlichen Gespräch stimmig wirkt, kann über die Kamera ganz anders wahrgenommen werden. Farben, Kontraste und der gewählte Bildausschnitt beeinflussen Ihren Auftritt stärker, als viele vermuten.
Denn im Onlineinterview sieht man nur Gesicht und Oberkörper. Niemand nimmt ihr stehendes Gesamtbild wahr. Achten Sie also darauf, dass Ihr Outfit insbesondere im oberen Bereich klar und professionell wirkt.
Eigener Auftritt
Dress for Success!
In allen Fällen sollten Sie sich jedenfalls auch selbst überlegen, welchen Eindruck Sie vermitteln wollen. Das Sprichwort „Kleidung macht Leute“ umschreibt sehr passend, dass Sie sich immer so kleiden müssen, dass Sie das gewünschte Image transportieren. Ein Börsenmarkler z.B. wird nämlich niemals irgendwo in einer Jogginghose auftauchen.
Gleichzeitig gilt heute stärker denn je: Nicht nur ein zu legerer, sondern auch ein zu steifer Auftritt kann unpassend wirken. Entscheidend ist nicht, möglichst formell gekleidet zu sein, sondern zur Unternehmenskultur und zur angestrebten Rolle zu passen.
Passung
Ist die Stilrichtung des Outfits gewählt, muss unbedingt überprüft werden, ob es auch wirklich richtig sitzt. Wenn sich Figur oder Gewicht seit dem letzten Tragen verändert haben, wirkt man entweder im Kleidungsstück eingepfercht, oder verliert es. Beides vermittelt einen inkompetenten Eindruck!
Falls Sie schon passende Bewerbungsunterlagen haben und schon einige Zeit seit dem letzten Bewerbungsgespräch vergangen ist, vergessen Sie also nicht, Ihr Outfit zeitgerecht zu probieren, um sich im Notfall noch etwas Neues besorgen zu können.
Details
Accessoires zum Outfit
Besonders wichtig ist es auch, auf Accessoires zu achten. Diese müssen auf die Kleidung abgestimmt werden. Bewirbt man sich bei einer Bank und tritt dort in Anzug und Krawatte auf, dann zerstört man den guten Eindruck sofort, wenn man ein nicht mehr ganz taufrisches Armband vom letzten Festival am Armgelenk trägt.
Übrigens: Es gibt Jobs, wo es nach wie vor verpönt ist, ein Flinserl zu tragen. Und da spreche ich nicht von Flesh Tunnels!
Duft
An beide Geschlechter richtet sich die Warnung, nicht zu viel von einem Duft aufzutragen. Besonders dann nicht, wenn dieser sehr schwer ist. Ich rate generell zu leichten, frischen Düften.
Körperpflege
Vergessen Sie bitte nicht, Ihre Nägel zu schneiden, den Haaransatz zu färben, den Nagellack erforderlichenfalls zu entfernen und die Zähne zu putzen. Das gilt für alle Jobs, auf allen Ebenen.
Wer hier nachlässig ist, sendet eine Botschaft – und die wird nicht diskutiert, sondern bewertet.
Die Botschaft des Outfits
Manchen Bewerbern ist nicht klar, dass ihr körperliches Erscheinungsbild Botschaften transportiert! Wer mit strähnigen Haaren, ungeputzten Zähnen, schmutzigen Fingernägeln oder abgetretenen Schuhen zum seriösen Vorstellungsgespräch erscheint, vermittelt dort einen schlechten Eindruck und sein Auftritt ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von Erfolg gekrönt.
Diese Wirkung entsteht nicht bewusst – sie passiert automatisch. Und genau deshalb wird sie auch nicht hinterfragt, sondern unmittelbar bewertet.
Wer in Fragen des Outfits generell unsicher ist und eigentlich nicht weiß, was ihm gut steht und was seine Persönlichkeit optimal unterstreicht, der sollte in professionelle Beratung investieren! In Wien steht Ihnen dafür Bettina Kohlweiss mit professioneller Beratung zur Verfügung.
Ihr Outfit wird nicht diskutiert.
Es wird bewertet – noch bevor Sie sprechen.
Und genau deshalb ist es keine Nebensache.
Weiterführende Themen
Das Outfit ist keine unbedeutende Nebensache. Aber wenn es Ihnen nicht gelingt, mit Ihrem Gesamtauftritt zu überzeugen, hilft auch das tollste Outfit nicht.
Worauf es im Gespräch wirklich ankommt, lesen Sie hier: Vorstellungsgespräch worauf es wirklich ankommt.
Noch wichtiger als das Outfit ist jedoch Ihre Vorbereitung: Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch – worauf es wirklich ankommt.
Ihr Outfit ist Teil Ihrer gesamten nonverbalen Kommunikation im Bewerbungsprozess. Wie Sie diese gezielt für Ihren Erfolg einsetzen, lesen Sie hier: 15 Psychotipps für eine garantierte Punktlandung im Vorstellungsgespräch.


