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Hearing – schnell erklärt!

Frau im Hearing

Wenn Sie erstmals zu einem Hearing eingeladen wurden, dann interessiert Sie bestimmt besonders, wie es abläuft und worauf Sie unbedingt achten müssen!

Kennenlernen im Hearing

Das Kennenlernen im Hearing unterscheidet sich im Wesentlichen vom Kennenlernen im Bewerbungsgespräch dadurch, dass Sie bereits im Vorfeld darüber informiert werden, wer am Hearing teilnimmt und eventuell auch wie es inhaltlich gestaltet sein wird.

In der Regel wird jene Person, die Sie bereits aus dem ersten Vorstellungsgespräch kennen, die Vorstellung der anderen Anwesenden übernehmen.

Ähnlich wie auch im herkömmlichen Bewerbungsgespräch der ersten Runde werden Sie auch im Hearing während des Kennenlernens hinsichtlich Ihrer sozialen Kompetenzen beobachtet.

Achten Sie auch diesmal darauf, dass Sie erst Damen vor Herren begrüßen, mit der Ausnahme, dass Sie einen hierachisch höherstehenden Mann als erstes begrüßen. Aktuell sollten Sie auch hinterfragen, ob Händeschütteln erwünscht ist. Auch wenn anzunehmen ist, dass dies aufgrund der aktuellen Coronasituation verneint werden wird, zeigen Sie Manieren, wenn Sie danach fragen.

Achten Sie wie schon im Bewerbungsgespräch darauf, dass Sie erst Platz nehmen, wenn man Sie dazu aufgefordert hat.

Diese Kennenlernphase dauert in der Regel 5 bis 10 Minuten.

Im Unterschied zum Bewerbungsgespräch wird das Hearing mit der Aufforderung zu einer Selbstpräsentation fortgesetzt.

Selbstpräsentation im Hearing

Im Regelfall werden Sie dazu bereits im Vorhinein Instruktionen erhalten haben, wie lange die Präsentation dauern darf und in welcher Form sie abzuhalten ist.

Im Kern wird sich Ihre Selbstpräsentation nicht von jener unterscheiden, die Sie bereits im ersten Vorstellungsgespräch dargestellt haben. Allerdings werden Sie detaillierte auf Bereiche eingehen, die für den gegenständlichen Job relevant sind.

Auch möglich ist, dass Sie bereits im Vorfeld dazu aufgefordert werden, ganz konkrete Fragestellungen auszuarbeiten. Naheliegend ist etwa, dass Sie aufgefordert werden, wie Sie Ihre ersten drei bis sechs Monate gestalten, welche Ansätze Sie zur Strategieentwicklung haben und ähnliche Themen.

Bedenken Sie bei der Erarbeitung der Präsentation, dass Menschen unterschiedliche Wahrnehmungstypen sind und es neben visuellen Typen auch auditive und habtisch Wahrnehmende gibt. Über die Unterschiede können Sie hier nachlesen.

Setzen Sie also bei der Präsentation unterschiedliche Werkzeuge ein, die die Wahrnehmung aller Anwesenden so gut wie möglich unterstützt.

Worauf kommt es besonders an?

Ziel Ihrer Präsentation ist natürlich alle Anwesenden davon zu überzeugen, dass Sie die richtige Person für den gegenständlichen Job sind.

Kern dafür ist die Präsentation Ihrer Person auf einer menschenlichen, sozialen Ebene sowie die Überzeugung der Anwesenden, dass Ihr fachliches Know How und Ihre bisherigen Erfolge jedenfalls ausreichen, um die Aufgaben der Stelle bestmöglich zu erfüllen.

Wenn Sie eine Power Point Präsentation erstellen, so empfehle ich den Einsatz weniger Slides, die Ihre bisherigen Erfolge visualisieren.

Beachten Sie dafür, dass Sie im Vorfeld klären müssen, welche Utensilien Ihnen für die Präsentation vom Unternehmen beigestellt werden.

Brisante Themen im Hearing

Wie schon im Bewerbungsgespräch sollten Sie auch im Hearing etwaige Stolpersteine bereits in Ihrer Präsentation abfangen. Sollte es z.B. Lücken in Ihrer bisherigen Karriere geben, werden diese bereits im Vorfeld von den Anwesenden erörtet worden sein. Nichtsdestotrotz sollten Sie mit eigenen Worten darauf eingehen.

Allgemein ist klar, dass Sie im Kern die gleichen Themen ansprechen wie bereits im Vorstellungsgespräch, da sich die zweite Runde ja nur durch die Zahl der Anwesenden nicht aber im Thema selbst unterscheidet.

Rückfragephase im Hearing

Fragen des Unternehmens

Die Rückfragephase wird sich intensiver gestalten, als dies im Erstgespräch der Fall war. Insbesondere auf fachlicher Ebene müssen Sie mit Detailfragen rechnen.

Aus diesem Grund wird der Rückfragephase im Hearing mehr Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt als dies im Erstgespräch wahrscheinlich der Fall war.

Fragen der Bewerber

Seit dem ersten Bewerbungsgespräch werden Sie sich – hoffentlich – intensiver mit dem Unternehmen und der Position beschäftig haben, weshalb sich auch neue, detailliere Fragen ergeben haben sollten.

Im Anschluss an die Rückfragen der UnternehmensvertreterInnen werden Sie mit Sicherheit aufgefordert, eigene Fragen zu stellen. Und das sollten Sie unbedingt tun. Ganz besonders unklug wäre, im Hearing keine eigenen Fragen zu stellen.

Im Bestfall ergibt sich daraus ein Gespräch und informativer Austausch über Strategie, Marktauftritt und Wettbewerb des Unternehmens.

Abschlussphase im Hearing

Die letzte Phase des Hearings kann aus der Verhandlung über Ihr Gehalt bestehen, so dieses nicht bereits im Erstgespräch eindeutig festgesetzt wurde.

Jedenfalls besteht diese Phase darin, Sie detailliert zu informieren, wie es weiter geht.

Dabei werden auch konkrete Termine genannt, wann man sich bei Ihnen melden wird.

Diese Termine sind verbindlicher einzuhalten als dies eventuell noch im ersten Vorstellungsgespräch der Fall war. Daher können Sie auch ganz ungeniert nachfragen, sollte man sich nicht zum vereinbarten Zeitpunkt bei Ihnen gemeldet haben.

Feedback im Anschluss an ein Hearing

Wenn ein Gespräch positiv verlaufen ist, wird man Sie zeitnah kontaktieren, um Sie – hoffentlich – über Ihren Eintritt und die damit verbundenen Modalitäten zu informieren.

Da das Hearing einen stärkeren Verbindlichkeitscharakter hat als ein Bewerbungsgespräch sollte man im Falle einer Absage Gelegenheit bekommen, Feedback einzu holen. Seriöse Unternehmen werden das von sich aus anbieten.

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