Bewerbungsunterlagen

Europass – ein Einheitsbrei

Jeder Bewerbungscoach wird Ihnen sagen, dass es Ihnen mit Ihrer Bewerbung gelingen muss, sich von der Masse abzuheben. Die EU sieht das offenbar anders, denn sie hat bereits 2002 ein Standardmuster für europaweit zu verwendende Lebensläufe veröffentlicht. Den Europass.

Sinn des Europass

Das Ziel war offensichtlich, Chancengleichheit für alle BewerberInnen auch außerhalb ihres eigenen Landes herzustellen.

Gut gemeint, aber leider nicht gut gemacht

Abgesehen davon, dass anzunehmender Weise in allen Europastaaten andere Kriterien für die gewünschten Inhalte gelten, begeht man mit der Verwendung des normierten Musters – zumindest in Österreich – einen Kapitalfehler im Bewerbungsprozess! Es gelingt nämlich nicht, aus der Masse hervorzustechen und dem Leser Lust auf mehr zu machen.

Ich persönlich kritisiere den Europass schon wegen seines Layouts in mehrfacher Hinsicht.

  • Die Schrift ist unsympathisch.
  • Der vorgesehene Raum für Ihr Bild ist viel zu klein.
  • Die Überschriften sind in einem sehr eigentümlichen blau gehalten und passen in den seltensten Fällen zu den Farben Ihres Bildes.
  • Der eingegebene Text “flattert”aufgrund falsch gesetzter Tabulatoren.
  • Besonders die zweite Seite wirkt sehr unübersichtlich, da Tabellen für Fremdsprachenskills und EDV verwendet werden. Diese Tabellen haben unterschiedliche Formate.

Ich empfehle generell höchstens zwei bis drei unterschiedliche Formatierungen zu verwenden, um Überschriften zu kennzeichnen oder Besonderheiten hervorzuheben. Der Lebenslauf soll klar und übersichtlich sein, und dem Leser Gelegenheit bieten, sich rasch zurecht zu finden. Zu viele unteschiedliche Formatierungen lassen den Lebenslauf unaufgeräut und caotisch wirken.

Der Europass verwendet gleich vier verschiedene Blautöne für Überschriften und drei unterschiedliche Schriftgrößen.

Individualität

Ihre Bewerbung muss individuell sein! Je eher es Ihnen gelingt, sich von der Masse abzuheben, desto größer werden Ihre Chancen auf den neuen Job!

Personalisten kämpfen sich (nach eigenen Aussagen) bei jeder Stellenausschreibung durch ca. 250 Bewerbungen! Wenn alle 250 Lebensläufe schon formal gleich aussehen, macht es die Entscheidung für eine Handvoll davon nicht unbedingt einfacher! Mit Sicherheit aber tritt der in Erscheinung, der das standardisierte Formular als Einziger nicht benutzt hat!

Aufforderung

Vereinzelt findet sich in Stellenausschreibungen der Hinweis, dass der Europass verwendet werden soll. Selbstverständlich ist dieser Aufforderung nachzukommen. Ich allen anderen Fällen rate ich unbedingt zu individuell gestalteten Bewerbungsunterlagen, die sich schon optisch von der Masse abheben!

Dass ich mit dieser Ansicht nicht alleine bin, können Sie auch im folgenden Presseartikel nachlesen.

Übrigens: Im Juli 2020 wird eine neue Version des Europasses hier veröffentlicht.

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PS: Ich freue mich über Ihre Kommentare!

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